Schlafprobleme sind bei ADHS sehr häufig. Viele Betroffene kennen das Gefühl, abends nicht abschalten zu können, trotz Müdigkeit wachzuliegen oder unruhig zu schlafen. Diese Schwierigkeiten können den Alltag erheblich belasten – lassen sich aber mit passenden Strategien deutlich reduzieren.
Warum ADHS den Schlaf beeinflusst
ADHS wirkt sich auf Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und emotionale Regulation aus – alles Faktoren, die für erholsamen Schlaf wichtig sind.
Besonders häufig treten auf:
- Gedankenrasen und Schwierigkeiten, innerlich zur Ruhe zu kommen
- Verschobener Schlafrhythmus, oft Richtung „Nachteule"
- Emotionale Anspannung, die abends nachklingt
- Hyperfokus, der zu später Aktivität führt
- Insomnie: Schwierigkeiten einzuschlafen, durchzuschlafen oder frühzeitiges Erwachen
- Restless-Legs-Symptomatik: unangenehme Missempfindungen in den Beinen, die besonders abends auftreten und das Einschlafen stark erschweren können
Diese Punkte verstärken sich oft gegenseitig: Schlechter Schlaf verschärft ADHS-Symptome – und stärkere Symptome erschweren wiederum den Schlaf.
Was hilft?
Mit kleinen, gezielten Veränderungen lässt sich die Schlafqualität oft spürbar verbessern:
- Feste Abendroutinen schaffen Struktur und beruhigen das Nervensystem.
- Weniger digitale Reize am Abend unterstützt das Abschalten.
- Gedanken notieren entlastet den Kopf.
- Entspannungstechniken wie Atemübungen oder leichte Dehnungen reduzieren innere Unruhe.
- Konstanter Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisiert das System.
- Tipp dafür: Wecker mit Tageslicht zum sanften Aufwecken und anpassen des Schlafrhythmus.
Schlafprobleme gehören für viele Menschen mit ADHS zum Alltag – müssen aber kein Dauerzustand sein. Mit klaren Routinen und gezielten Strategien lässt sich der Schlaf nachhaltig verbessern, was das Wohlbefinden insgesamt stärkt.
Bei anhaltenden Beschwerden kann psychotherapeutische oder ärztliche Unterstützung sinnvoll sein.