Vergesslichkeit im Alter: Abgrenzung zwischen ADHS und Demenz

Verstärkter Bewegungsdrang, Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten beim Planen oder Organisieren – all diese Symptome können sowohl bei einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als auch bei einer Demenz auftreten. Doch obwohl es auf den ersten Blick viele Überschneidungen gibt, unterscheiden sich beide Krankheitsbilder grundlegend in Ursache, Verlauf und therapeutischen Ansätzen.

ADHS und Demenz – zwei unterschiedliche Ursachen

ADHS ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die bereits in der Kindheit beginnt und im Erwachsenenalter fortbestehen kann. Charakteristisch sind Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und häufig auch emotionale Dysregulation. Viele Betroffene zeigen zudem eine
starke innere Unruhe oder einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Die Schwierigkeiten entstehen durch eine veränderte Regulation bestimmter Botenstoffe im Gehirn, insbesondere Dopamin und Noradrenalin.

Demenz hingegen ist eine erworbene Erkrankung, die meist erst im höheren Lebensalter auftritt. Sie geht mit einem fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten einher – dazu zählen Gedächtnis, Orientierung, Sprache und Urteilsvermögen. Die häufigste Ursache ist die Alzheimer-Erkrankung, daneben gibt es weitere Formen wie die vaskuläre oder frontotemporale Demenz.

Typische Unterschiede in der Symptomatik

Auch wenn sich einzelne Symptome ähneln können, zeigen sich wichtige Unterschiede:


• Beginn und Verlauf:
ADHS begleitet Betroffene meist ein Leben lang und zeigt sich bereits in Kindheit oder Jugend. Demenz dagegen tritt in der Regel erst im Alter auf und verschlechtert sich zunehmend.


• Gedächtnis:
Bei ADHS ist die sogenannte „Vergesslichkeit" häufig Folge von Unaufmerksamkeit oder Ablenkbarkeit – die Information wurde nie richtig aufgenommen. Bei Demenz hingegen liegt eine echte Gedächtnisstörung vor: Informationen werden nicht dauerhaft gespeichert oder sind später nicht mehr abrufbar.


• Alltagskompetenz:
Menschen mit ADHS können Strategien entwickeln, um ihre Symptome zu kompensieren – etwa durch Strukturhilfen, Routinen oder Erinnerungsfunktionen. Bei Demenz führt der fortschreitende Abbau dagegen zu einem zunehmenden Verlust der selbstständigen Alltagsbewältigung.


• Körperliche und motorische Veränderungen:
Bei Demenz können Blasen- und Darmkontrolle , Beweglichkeit, Körperkontrolle und Essverhalten beeinträchtigt sein. Bei ADHS steht eher eine innere Unruhe oder motorische Rastlosigkeit im Vordergrund, aber keine körperliche Einschränkung.

Warum eine klare Abgrenzung wichtig ist

Eine genaue Unterscheidung zwischen ADHS und Demenz ist entscheidend für eine passende Behandlung.

Während ADHS gut mit Psychotherapie und medikamentöser Unterstützung behandelt werden kann, erfordert eine Demenz andere medizinische und pflegerische Maßnahmen. Gerade bei älteren Erwachsenen ist es daher wichtig, die Symptome sorgfältig zu untersuchen und sowohl biografische Informationen (z. B. ob die Probleme schon seit Kindheit oder Jugend bestehen) als auch aktuelle kognitive Tests heranzuziehen.

Frequently Asked Questions (FAQ)

Diese Antwort bezieht sich auf das Thema: ADHS-Burnout, Ja, die vollständige ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen wird in der Praxis angeboten. Die Kosten dafür betragen 414,58 Euro. ADHS gilt als Erkrankung, die mindestens ein Drittel der betroffenen Kinder auch im Erwachsenenalter begleitet und sich z. B. in Schwierigkeiten in Beziehungen und im Berufsleben äußern kann.
Diese Antwort bezieht sich auf das Thema: ADHS-Burnout, Die gesamte ADHS-Diagnostik kostet 414,58 Euro. Private Krankenversicherungen können die Kosten je nach Tarif anteilig oder vollständig übernehmen.
Diese Antwort bezieht sich auf das Thema: ADHS-Burnout, Ja. Die ADHS-Gruppentherapie umfasst 12 Sitzungen à 50 Minuten und kostet insgesamt 804,24 Euro. Private Krankenversicherungen können die Kosten anteilig übernehmen.
Diese Antwort bezieht sich auf das Thema: ADHS-Burnout, Burnout ist kein klinisch definiertes Krankheitsbild, beschreibt aber einen Zustand totaler Erschöpfung, der häufig durch anhaltenden Stress entsteht. Typische Anzeichen sind chronische Müdigkeit, emotionale Erschöpfung, Rückzug, Leistungseinbrüche und das Gefühl der Sinnlosigkeit. Da durch anhaltende Erschöpfung auch weitere psychische Probleme entstehen können (z. B. Angst- oder Suchterkrankungen), ist es ratsam, frühzeitig professionelle Unterstützung zu suchen.
Diese Antwort bezieht sich auf das Thema: ADHS-Burnout, Neben ADHS und Burnout werden u. a. folgende Erkrankungen behandelt: Depression, Traumafolgestörungen, Angststörungen, Sexualitätsprobleme, Sucht, Schlafstörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Schmerzstörungen und Somatisierungsstörungen.
powered by webEdition CMS